Meine Lösungsansätze Das KonzeptIndividuelle LRS-Therapie | Das Konzept

Das Konzept

Das von Carola Reuter-Liehr entwickelte Konzept vereint Erkenntnisse aus der Entwicklungspsychologie, Neurobiologie und Lerntheorie. Es wurde in mehreren wissenschaftlichen Studien überprüft und dabei konnten sowohl kurzfristige, als auch langfristige positive Ergebnisse nachgewiesen werden. Weiterhin vereint es vier wesentliche Elemente zu einem ganzheitlichen, integrativen, systematischen und in sich schlüssigen Therapie- und Förderkonzept.

 

Die vier wesentlichen Elemente sind:

  1. Das Konzept ist sprachsystematisch aufgebaut und orientiert sich an der Abfolge des Schriftspracherwerbs.
  2. Das eingesetzte Wort- und Textmaterial ist sorgfältig lautanalytisch ausgewählt und wird zum Lesen und Schreiben eingesetzt. Wörter und Texte dienen als „Turngeräte“, um die Strategien zu trainieren.
  3. Es werden sensomotorisch orientierte, sprachstrukturierende Methoden eingesetzt, die das Lesen und Schreiben steuern helfen und das Erleben von Sprache und ihren strukturellen Regelmäßigkeiten möglich machen.
  4. Verhaltenstherapeutische Verstärker unterstützen den Aufbau von Selbstwertgefühl und den Aufbau und die Erhaltung von Lernmotivation. Wobei der Erfolg an der Sache selbst – der Erfolg beim Lesen und Schreiben- sicherlich die wichtigste Motivation darstellt.

Orientierung am Modell des Schriftspracherwerbs
In der LRS-Therapie nach Reuter-Liehr folgen wir dem Entwicklungsmodell des Schriftspracherwerbs. Das Entwicklungsmodell geht davon aus, dass Kinder beim Erwerb der Schriftsprache gewisse Stufen durchlaufen, die wiederum aufeinander aufbauen. Auch ein von LRS betroffenes Kind folgt dem Prozess des Schriftspracherwerbs, bleibt aber ab einem gewissen Punkt stecken, es kommt durcheinander. Es benötigt systematische Hilfe, die Schritt für Schritt vorgeht und das Lerntempo des Kindes berücksichtigt. Anhand von sorgfältig ausgewähltem Wort- und Textmaterial, das zum Sprechen, Lesen und Schreiben eingesetzt wird, wird mit dem Kind zunächst auf der lautorientierten/phonemischen Stufe gearbeitet. Ist diese gesichert, folgt der Übergang in die orthographisch/morphemische Stufe.

 

Erkenntnisse aus der Neurobiologie
Es gilt als erwiesen, dass das Gehirn bei Legasthenie anders arbeitet. Forschungen konnten zeigen, dass beim legasthenen Kind (Jugendlichen, Erwachsenen) eine geringere Aktivierung von Gehirnregionen der linken Gehirnhälfte bei schriftsprachlichen Reizen stattfindet. Es kommt zu einer gestörten oder verzögerten Informationsaufnahme und -verarbeitung, was sprachliche und schriftsprachliche Information betrifft. Die gute Nachricht: Es gibt Belege dafür, dass defizitär arbeitende Hirnareale nachreifungsfähig sind bei geeigneten Trainingsimpulsen.

 

Erkenntnisse aus der Lerntheorie
Die von mir angebotene und von C. Reuter-Liehr entwickelte Vorgehensweise in der LRS-Therapie ist stark handlungsorientiert. Es soll die Kinder dazu anregen, eigene Erfahrungen mit den Prinzipien der Schriftsprache zu machen, ihre Regelmäßigkeit zu entdecken und wiederholt deren Richtigkeit zu erfahren. Das Kind lernt, zu reflektieren und zu verbalisieren und schließlich zunehmend Gelerntes zu verinnerlichen und zu automatisieren.